Samstag, 22. September 2012

Vorbildlicher Wohnungsbau im Gallus

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Wer auf den einschlägigen Internetseiten nach Wohnungen und Wohneigentum sucht, der findet zurzeit sehr viele Einträge, die auf das Gallus verweisen. Zwar ist dies vor allem dem Neubaugebiet „Europaviertel“ geschuldet, doch auch im alten Teil des Stadtteils lässt sich viel vorbildliches im Zusammenhang mit dem Thema Wohnen entdecken.


Wohnen im Gallus ist geprägt durch städtische Wohnungsbaugesellschaften. Mit der Hellerhof- und Friedrich-Ebert-Siedlung stellen diese rund 50 Prozent des gesamten Wohnungsbestandes. In den vergangenen 20 Jahren wurde sehr viel in die Sanierung des Bestandes investiert. So sind mittlerweile sehr viele der typischen Wohnblöcke in der Hellerhofsiedlung zwischen Frankenallee und Wörsdorfer Straße saniert und wärmeisoliert. Zudem befinden sich auf den Flachdächern Solarzellen zur Gewinnung von Strom aus der Sonne.
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Doch auch die jüngsten Projekte der ABG Holdung sind in vielerlei Hinsicht als wegweisend einzustufen. Thomas Kirchner, Stadtverordneter für das Gallus freut sich darüber und verweist insbesondere auf zwei Beispiele, die im Römer vor kurzem vorgestellt wurden.
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Plus-Energie-Haus in der Friedrich-Ebert-Siedlung

Als eines der ersten Projekte seiner Art wird die ABG Holding bis April 2014 ein sogenanntes „Plus-Energie-Haus“ an der Cordierstraße 2-6 errichten. Das besondere an diesem Neubau ist, dass das Gebäude nicht nur Energie sparen, sonder selbst einen Überschuss an Energie erzeugen wird. Für knapp 4 Millionen Euro entstehen 17 Wohnungen mit mehr als 1200 Quadratmetern Wohnfläche. Mit dem Stromüberschuss von 15000 Kilowattstunden  pro Jahr lassen sich acht Elektroautos betreiben von denen jedes in diesem Zeitraum 10.000 Kilometer zurücklegen kann.

Umbau im alten Stil in der Schlossborner Straße

In der Schlossborner Straße geht es hingegen traditioneller zu. Dort wurde ein 50ger-Jahre-Bau saniert und der umliegenden Bebauung angepasst. Statt eines durch Minimalarchitektur gekennzeichneten Wohnblocks, der wie ein Fremdkörper mitten in den schönen Backsteinhäusern aus dem Jahre 1904 lag, steht dort nun wieder ein Haus, dass in Harmonie mit seiner Umgebung liegt. Zudem wurde die darin vorhandenen Wohnungen an heutige Ansprüche an das Wohnen angepasst.

Diese beiden Beispiele zeigen die positive Entwicklung, die unser Stadtteil in den letzten Jahren durchlaufen hat. Aus einem Stadtteil, der mit Leerständen und Wegzugswellen von Familien zu kämpfen hatte, ist ein lebens- und liebenswerter Stadtteil Frankfurts geworden, der einer positiven Zukunft entgegenschauen kann.

Sonntag, 9. September 2012

Ödnis am Eingang ins Europaviertel



Lang ist es her, da machte der CDU-Stadtbezirksverband eine Tour durch die Stadtteile den Ortsbezirk 1 und ließ sich von Vertretern des Stadtplanungsamtes im Vorfeld berichten, wie der Stand bei den wichtigsten Projekten ist. Bürger und Kommunalpolitiker vernahmen es damals mit Freude, als die Stadtverwaltung im Sommer 2009 verkündete, dass mit den Arbeiten zur Umgestaltung am Güterplatz „Ende des Jahres“ begonnen wird.

Bis heute – zwei Jahre später – hat sich immer noch nichts getan. Bürgerinnen und Bürger fragen sich, wie lange das Eingangstor ins östliche Gallus und in das Europaviertel noch wie eine Einöde aussehen wird. Es sieht fast so aus, als werde das hochkomplexe neue Einkaufszentrum noch vor dem Güterplatz fertig gestellt.

Zwar gibt es Stellungnahmen vom Magistrat zum Güterplatz in denen ausführlich auf den Abriss des Wasserhüttchens an der Südseite des Platzes eingegangen wird und von „intensive Abstimmungen“ der beteiligten Ämtern die Rede ist, doch befriedigend ist dies alles nicht.

Immerhin wurde Mitte März 2012 der Bauantrag für den Bau der unterirdischen Gasdruckregelstation  genehmigt, sodass anschließend die Ausschreibungen für den Abbruch der vorhandenen Gebäude und die notwendigen Baumfällungen erfolgen konnten, um die neue unterirdische Gasdruckregelstation realisieren zu können und damit die beschlossene Gestaltung des Güterplatzes umsetzen zu können.

  • Wie es nun mit der Gestaltung des Güterplatzes weitergeht und wann die Einöde endlich verschwindet, das will die CDU im Ortsbeirat 1 nun wissen und fragt deshalb den Magistrat:
  • Welche Gründe führten zu einer solch massiven zeitlichen Verzögerung der Neugestaltung des Güterplatzes?
  • Wann beginnen nun definitiv die Arbeiten zur Neugestaltung des Güterplatzes
  • Falls für die Zeit bis zum Beginn der Arbeiten länger als 6 Monate veranschlagt werden, gibt es seitens des Magistrats Pläne für eine Zwischennutzung?
                                                                                                 
Die nächste Sitzung des Ortsbeirates 1 findet am 18. September 2012, um 19 Uhr, in der Mensa der Hellerhofschule, Idsteiner Straße 47 statt.

Samstag, 1. September 2012

Eine Oberstufe für das Gallus


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Die Infrastruktur Frankfurter Schulen zeigt ein Frankfurt, dass schon lange nicht mehr existiert. Sie stammt aus einer Zeit, in der Jungs Matrosenanzüge trugen, Mädchen lange Kleider und in fast jedem Wohnzimmer ein Bild des Kaisers hing. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Gymnasien meist in den Stadtteilen zu finden sind, in denen das so genannte Bildungsbürgertum in wilhelminischer Zeit zuhause war: Westend, Nordend, Sachsenhausen, …

Für Stadtteile wie dem Gallus, dass zurzeit der vorletzten Jahrhundertwende ein Arbeiterstadtteil zwischen Adlerwerken, der späteren Telenorma, dem Ausbesserungswerk der Reichsbahn und des Güterbahnhofs war, hielt man damals eine Mittelschule als höchste weiterführende Schule für angemessen.

Fast 120 Jahre später hat sich daran nicht viel geändert. Zwar hat das Gallus nun mit der Paul-Hindemith-Schule eine Gesamtschule, doch können Schüler dort nur bis zur 10. Klasse unterrichtet werden und müssen danach in die bereits oben genannten weiterführenden Schulen fahren. Dabei tut sich doch einiges in unserem Stadtteil. Mit den Neubaugebieten Europaviertel und Rebstock ziehen neuen Bewohner in das Gallus. Allein im Europaviertel sollen einmal bis zu 10.000 Menschen Wohnen. Damit würde unser Stadtteil, der gegenwärtig rund 28.000 Einwohner hat noch mal um ¼ größer. Viele dieser Neubürger werden Familien haben oder welche gründen. Deshalb ist es klug und weitsichtig, sich bereits heute Gedanken darüber zu machen, wo deren Kinder einmal in die Schule gehen und welche Perspektiven sie haben werden.

Dies ist auch die Absicht des in der letzten Sitzung des Ortsbeirates 1 am 21. August 2012 verabschiedeten Antrags der CDU-, Grünen-, SPD- und Linkenfraktion. Darin wird der Magistrat gebeten zu prüfen und zu berichten, ob das Gebäude des der Paul-Hindemith-Schule gegenüberliegenden, ehemaligen Sozialrathauses in der Krifteler Straße und Teile des restlichen Areals für eine Oberstufe genutzt werden könnten. Im Detail sind folgende Fragen zu klären:

1. Ist das Areal, gegebenenfalls auch unter Einbeziehung des Verbindungsweges Frankenallee/Idsteiner Straße und des Spielplatzes im Süden und unter Berücksichtigung der vorhandenen Raumkapazitäten (jeweils 3 Fachräume für Chemie, Physik, Kunst und Musik, 2 Räume für Biologie, 3 Turnhallen, in denen 4 Sportgruppen parallel unterrichtet werden können, eine Schulbibliothek mit angeschlossener Stadtteilbibliothek, Schulhof) der benachbarten Integrierten Gesamtschule Paul-Hindemith-Schule ausreichend, um hier zukünftig neben den heute bestehenden Einrichtungen (Kinderzentrum, Kinderkrippe, Kinder- und Jugendhaus) auch die geplante Oberstufenschule unterzubringen?

2. Wäre die Fläche ohne Einbeziehung des Kinder- und/oder Jugendhauses ausreichend?

3. Wie viele Quadratmeter werden dazu gewonnen, wenn in die zu beplanende Fläche auch der Verbindungsweg zwischen Frankenallee und Idsteiner Straße und der Spielplatz im Süden eingebunden werden?

4. Kinderzentrum und Krippe müssten am Standort integriert werden, gilt dies aber auch für das Kinder- und Jugendhaus? Gibt es alternative Standorte (Europaviertel, Opel-Areal Mainzer Landstraße etc.)?

5. Die Integrierte Gesamtschule Paul-Hindemith-Schule wurde seinerzeit für ca. 1.100 Schüler ausgelegt. Heute besuchen die Schule ca. 600 Schülerinnen und Schüler. Obgleich die heutigen Raumberechnungen für die IGS gestiegen sind, stellt sich die Frage, wie viel Raum noch zur Verfügung steht, welcher von einer benachbarten Oberstufe mitgenutzt werden könnte. Hier werden genaue Angaben erbeten.

6. Die Paul-Hindemith-Schule besteht aus einem Neu- und Altbau. Kann der Neubau erweitert beziehungsweise aufgestockt werden?

7. Teilt der Magistrat die Auffassung des Ortsbeirates, dass ein Bildungscampus zukunftsweisend ist und weit über den Stadtteil hinaus richtungsweisend sein kann?