Samstag, 13. April 2013

Ortsbeirat 1 stellt Neubauprojekte "Lahnsche-Höfe", "Gallus-Gärten" und "Mainzer Landstraße 330" vor

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In einer Sondersitzung des Ortsbeirates 1 am vergangenen Dienstag stellten Vertreter von drei Immobilienfirmen ihre Bauprojekte im Gallus vor. Entlang der Mainzer Landstraße und Lahnstraße ist der Bau von insgesamt rund 850 Wohnungen geplant. Der Großteil davon werden Mietwohnungen sein, es wird aber auch die Möglichkeit geben, Wohneigentum zu erwerben. So sind beispielsweise von den rund 400 Wohnungen entlang der Mainzer Landstraße bis zu 90 für Wohneigentum vorgesehen. Neben der etwas trockenen Bezeichnung „Mainzer Landstraße 330“ haben zwei der Projekte doch mit „Gallus-Gärten“ und „Lahn-Höfe“ doch recht klangvolle Namen.Was die anwesenden Architekten und Projektentwickler zu sagen hatten, stieß auf großes Interesse seitens der rund 150 anwesenden Bürgerinnen und Bürger.

In der sich den Vorträgen anschließenden Fragerunde wurden insbesondere Befürchtungen und Kritik laut. Insbesondere die Auswirkungen der Neubauten mit ihren doch eher etwas über dem gegenwärtigen Niveau liegenden Mieten auf den Mietspiegel und damit auf die Mieten der umliegenden Wohnungen wurden thematisiert. Daneben gab es aber auch konkrete Fragen beispielsweise der Bewohnerinnen und Bewohner der Neuenhainer Straße im Hinblick auf die Verschattung, die zukünftige Parkplatzsituation oder möglichen Bauschäden durch Erdarbeiten.

Die Vertreter der Projekte wiesen darauf hin, dass es sich bei den Objekten um keine „Luxusbauten“, sondern der bisherigen Umgebung angepassten Preislagen und Ausstattung handelt. Demnach sei nicht mit einer negativen Entwicklung für die Mietpreise im Stadtteil zu rechnen. Zudem zeige sich in jüngster Zeit immer mehr, dass nicht fehlende Parkplätze das Problem bei Neubauten sei, sondern das mangelnde Interesse an solchen. Immer mehr Stadtbewohner verzichten nämlich bewusst auf einen fahrbaren Untersatz. Dies träfe ganz besonders für Frankfurt mit seinen kurzen Entfernungen zu, die man auch mit dem Rad bequem überwinden kann und mit der insbesondere im Gallus sehr guten Anbindung an den ÖPNV.

Stadtverordneter Thomas Kirchner begrüßt grundsätzlich die Entwicklung, die das Gallus mit den Neubauten im Europaviertel und jetzt entlang der Mainzer Landstraße nimmt. „Wenn man bedenkt, dass in Zeitungsberichten noch 1994 Befürchtungen geäußert wurden, dass die Wohnungen im Europaviertel wegen des „schlechten Rufes“ des Stadtteils nicht veräußerbar seien, so kann man nicht anders, als die jetzige Entwicklung als positiv zu bezeichnen“, sagte Kirchner nach dem Besuch der Veranstaltung.

In der Tat hat sich hinsichtlich des Images des Stadtteils viel zum Positiven gewandelt. Dies macht sich auch bei der Veräußerung bzw. Vermietung neuer Wohnungen im Gallus bemerkbar. So ist der östliche Teil des Europaviertels bereits vollständig an den Mann oder an die Frau gebracht. Auch die Vermarktung des westlichen Teils des Neubaugebietes läuft gut an.

Dennoch teilt Kirchner einige der Bedenken der Bewohnerinnen und Bewohner und führt aus: „Wir müssen dafür sorgen, dass der Charakter unseres Stadtteils erhalten bleibt. Dazu gehört auch, dass Menschen, die hier wohnen, sich auch weiterhin die Mieten leisten können.“ Ein wichtiger Garant dafür ist die ABG Holding, der rund 5.500 der 15.200 Wohnungen im Stadtteil gehören. Hier wird die Stadt ein Auge darauf haben, dass Mietpreise nicht eine Entwicklung nehmen, die keiner will.

Auch hinsichtlich des Zusammenlebens zwischen den Neu- und Alteingesessenen gilt es Räume für Begegnungen zu schaffen. Die Architektur – dies gilt insbesondere für die fast schon festungsartige Gestaltung des Blockes zwischen Mainzer Landstraße und Neuenhainer Straße steht dem eher entgegen. Immerhin erhält der Stadtteil aber einen 4.600 qm großen REWE und einen Aldi mit einer Verkaufsfläche von 1.500 qm. Im südlichen Gallus entsteht mit den „Gallus-Gärten“ zudem ein Kindergarten mit fünf Gruppen. Die Größe der Wohnungen variiert, doch steht keinesfalls der Wochenendpendler im Focus. Insbesondere in den „Gallus-Gärten“ ist familiengerechtes Wohnen, ja sogar generationenübergreifendes Wohnen vorgesehen. Viele der neu entstehenden Wohnungen sind denn auch barrierefrei.

Donnerstag, 11. April 2013

Christdemokraten im Ortsbeirat 1 fordern Kompensation für Wegfall des Projekts „mitSprache“ an Schulen im Ortsbezirk.

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Frankfurt am Main, 8. April 2013 –Die CDU fragt sich angesichts des Aus für das Modellprojekt „mitSprache“, wie es mit der Sprachförderung in den Stadtteilen im Ortsbezirk 1 weiter geht, die aufgrund der Zusammensetzung ihrer Bevölkerung einen hohen Bedarf aufweisen.

Die CDU-Fraktion des Ortsbezirks 1 hat hierzu eine Anfrage für die kommende Sitzung des Beirates am 16. April eingereicht. CDU-Ortsbeirat Wolfgang Kreickmann: „Ich möchte vom Magistrat wissen, warum dieses erfolgreiche Projekt eingestellt wird, was das für unsere Schulen konkret bedeutet und welche Fördermaßnahmen stattdessen angeboten werden.“

Seit zehn Jahren ermöglicht das Projekt „mitSprache“ Jugendlichen und Kindern aus Einwanderfamilien, die mehrsprachig aufwachsen, eine intensive und individuelle Förderung beim Deutschlernen. Um auch die Zusammenarbeit zwischen Schule und den Eltern zu verbessern, beinhaltetdies die Unterstützung der Eltern bei der Förderung ihrer Kinder sowie die Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrern.

Zum Ende des Schuljahres soll nun das Projekt laut Zeitungsberichten auslaufen. Davon ist beispielsweise im Ortsbezirk 1 die Karmeliterschule im Bahnhofsviertel betroffen, einer Schule mit einem hohen Anteil an Kindern mit Migrationsgeschichte. „Für die Schüler, aber auch für Eltern und Lehrer, ist das ein harter Einschnitt“ erklärt Kreickmann.

Diese Entscheidung ist nicht nachvollziehbar. Erst im August vergangenen Jahres legte der Magistrat der Stadt Frankfurt eine Studie vor, in der das Projekt als „herausragendes Beispiel“ vorgestellt und von den guten Erfahrungen der teilnehmenden Schulen berichteten wurde. Der CDU-Stadtbezirksverband Gallus und Gutleut fordert deshalb, die Gründe hierfür zu nennen und notwendige Ersatzangebote über das Schuljahr 2013/14 hinaus aufzuzeigen.

Die nächste Sitzung des Ortsbeirates 1 findet am kommenden Dienstag, 16. April, um 18 Uhr in der Wilhelm-Leuschner-Straße 69-77 (Gewerkschaftshaus) statt.

Mittwoch, 10. April 2013

Herchenröder-Quartett feiert 100 jähriges Bestehen im Gallus

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Am Sonntag, dem 7. April feierte das Herchenröder Quartett unter großer Teilnahme der Bürgerinnen und Bürger des Stadtteils und Vertreterinnen aus dem Vereinsleben, der lokalen Wirtschaft und der Politik ihr 100 jähriges Bestehen.

Mit einem ökumenischen Gottestdienst in der St. Gallus Kirche und einer akademischen Feier im benachbarten Gemeindesaal fand das Ereignis einen würdigen Rahmen. Für das Jubiläumsjahr hat sich das Quartett viel vorgenommen: Als nächste Termine stehen am 20. April der „Russische Abend“ in der Friedensgemeinde und am 1. September der große Sängerfrühschoppen mit befreundeten Vereinen in der Kleingartenanlage der Ackermänner an. Darauf folgt ein großes Festkonzert am 13. Oktober in der Maria-Hilf-Kirche.

Mit Veranstaltungen in allen christlichen Gemeinden im Gallus unterstreicht das Herchenröder Quartett seine Verbundenheit zu den Kirchen im Stadtteil, die eine lange Tradition hat. In seinem Grußwort dankte der Vorsitzende der CDU-Gallus/Gutleut den Herchenrödern, dafür, dass sie gute Botschafter des Gallus und der Stadt Frankfurt waren und sind. Vielfalt und Internationalität, wie sie die Herchenröder mit ihrem Repertoire und ihren völkerverbindenden Konzertreisen vorleben, sind auch Teil des Wesens unseres Stadtteils und unserer Heimatstadt.